Sowohl Eltern als auch PädagogInnen leiden unter der offensichtlichen Unerreichbarkeit der Kinder und Jugendlichen. Aber auch die Beziehungsebene zwischen Schule und Elternhaus ist angeschlagen.

Sich diesem Thema zu stellen, es zu verstehen versuchen und darüber nach zu denken, ist an der Zeit. Bekannte Philosophen und Bildungsexperten zeichnen ein sehr düsteres Bild von unserem Bildungssystem. Man spricht von einer Situation „Fünf Minuten vor Zwölf“, andere von „Geisterstunde“, die radikalen Denker sehen keine wirkliche Rettung mehr.

Ich würde sagen : Bildung vollzieht sich, so wie das Leben, ursprünglich als Kontinuum. Wir haben nur verlernt daran teil zu nehmen. Wir sind nicht mehr berührbar von Phänomenen, weil wir verlernt haben, sie zu beobachten. Wir können nicht mehr kritisch Denken, weil wir verlernt haben ursprüngliche Fragen zu stellen, wir leisten keinen Widerstand mehr, weil wir keine Emotion der Sehnsucht nach etwas Anderem verspüren.

Dieses Sehnen hat etwas Ursprüngliches. Es bedingt jegliche Entwicklung und jegliches Weitergehen. In unserer Zeit versuchen wir den radikalen, fundamentalen Kräften in uns, auszuweichen. Wir haben selten die Kraft und den Mut uns uns selbst zu stellen.

Aus – und Durchhalten sind die Parolen der Zeit. Grundlegende Veränderungen trauen wir uns nicht mehr zu. Und diese Haltung bedingt, dass wir immer weniger im Leben verwurzelt sind, echte Erfahrungen vermeiden und nicht mehr berührbar werden.